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(red) Mehr als 1.040 Menschen haben die Petition „Kein Asphalt im Wald“ unterschrieben. Mit einem Brief an alle Fraktionen appelliert der BUND Mecklenburg-Vorpommern jetzt an die Stadtvertretung: Sie soll dem Beschluss des Umweltausschusses vom 15. Oktober folgen und den etwa einen Kilometer langen Uferweg zwischen Zippendorf und Mueß nicht asphaltieren.
Der Ausschuss für Umwelt, Gefahrenabwehr und Ordnung hatte am 15. Oktober empfohlen, auf die Asphaltierung des Waldabschnitts zu verzichten und die weitere Planung an diese Lösung anzupassen. Dabei sollen geringere Investitionskosten, ein kleinerer städtischer Eigenanteil und niedrigere Folgekosten berücksichtigt werden. So steht es in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt.
Das Radwegprojekt ist damit nach Darstellung des BUND nicht aufgehoben. Verbesserungen außerhalb des Waldgebiets blieben weiter möglich. Auch eine Förderung durch das Wirtschaftsministerium sei weiter denkbar, wenn die Stadt eine naturverträglichere Variante einreicht.
Um Geld geht es trotzdem. Rund 776.000 Euro Steuergelder sollten in den Asphaltausbau fließen. Dazu kämen Kosten für Pflege, Instandhaltung und eine spätere Neuasphaltierung. Der BUND argumentiert, Asphalt im Wald werde durch Wurzeln, Laub und Frost schnell beschädigt und damit teuer.
Der Weg liegt nach Angaben des Verbands im Landschaftsschutzgebiet „Schweriner Innensee, Ziegelaußensee und Medeweger See“. Eine Versiegelung widerspreche dem Natur- und Landschaftsschutz. Zwar sagte die Stadt zu, keine Bäume zu fällen. Schwere Baugeräte könnten das Wurzelwerk dennoch schädigen, gibt der BUND zu bedenken. Mit der Kompromissvariante seien die Konflikte mit dem Landeswaldgesetz und dem Naturschutzrecht lösbar. Behindertenbeirat und Ortsteilvertretung Zippendorf hätten die naturnahe Lösung mitgetragen.
Der BUND beschreibt auch, wer den Weg heute nutzt: Spaziergänger, Jogger, Wanderer, Radfahrer, Mountainbiker und Naturbeobachter. Für schnelle Radverbindungen gebe es inzwischen den ausgebauten Radweg an der Crivitzer Chaussee. Naturwege dagegen seien in Schwerin kaum noch vorhanden. Das Schreiben erinnert an den Welterbetitel der Landeshauptstadt: Schwerin asphaltiere „das Kostbarste, was unsere Gegend zu bieten hat“, die unberührte Natur.
Der BUND weist zugleich Angaben zurück, wonach er sich mit der SDS bereits geeinigt habe. Solche Aussagen seien falsch. Der Verband verweist außerdem auf die 278 Kommentare der Unterzeichnenden unter der Petition.
Für die Stadtvertretung heißt das: Sie muss entscheiden, ob sie den Beschluss des Umweltausschusses bestätigt und die Planung entsprechend ändert.
Lesen Sie dazu auch gerne: 776.000 Euro für Asphalt im Wald: Petition gegen den Weg-Ausbau, BUND gegen Asphalt am Schweriner See und Stadt widerspricht BUND.
Quellen: Brief des BUND Mecklenburg-Vorpommern an die Stadtvertretung Schwerin, alle Fraktionen (Oktober 2026); Petition „Kein asphaltierter Ausbau des Waldweges zwischen Zippendorf und Mueß“ auf openPetition; Beschluss des Ausschusses für Umwelt, Gefahrenabwehr und Ordnung vom 15. Oktober 2026 (nach Angaben des BUND). Beitragsbild: Motivbild der openPetition, Foto: openPetition / BUND Landesverband M-V e.V., Gruppe Schwerin.
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