(red/stm)
Wie heizt Schwerin in der Zukunft? Hinter den Kulissen treiben die Stadtwerke Schwerin (SWS) den Umbau der hiesigen Fernwärme massiv voran und haben über das Deutsche Vergabeportal (DTVP) eine ganze Reihe wichtiger Planungsaufträge auf den Weg gebracht. Im Zentrum steht die sogenannte „Transformationsplanung“ im Rahmen des Bundesförderprogramms für effiziente Wärmenetze – und die Pläne greifen tief in den Alltag und die Natur der Stadt ein.
Besonders spannend sind die konkreten Fachbereiche, für die aktuell per Ausschreibung spezialisierte Ingenieurbüros gesucht werden. So widmet sich ein zentrales Gutachten der Nutzung von Abwasserwärme. Dabei soll geprüft werden, wie sich die thermische Energie aus dem Schweriner Abwasser anzapfen lässt, um sie mittels Großwärmepumpen als ganzjährige Wärmequelle für das Fernwärmenetz nutzbar zu machen.
Parallel dazu läuft die Suche nach Experten für die Nutzung industrieller und gewerblicher Abwärme, damit wertvolle Energie, die im Stadtgebiet ohnehin bei Betrieben entsteht, künftig nicht mehr ungenutzt in die Luft verpufft. Auch die Wärmenutzung aus Oberflächengewässern steht im Fokus der Planungen.
Damit diese alternativen Energiequellen flexibel und verlässlich ineinandergreifen, braucht es zudem Puffer. Ein weiteres wichtiges Los dreht sich deshalb um den gezielten Einsatz von Großwärmespeichern. Solche XXL-Speicher sollen als thermische Batterien im Stadtgebiet dienen, um überschüssige Wärme aufzunehmen und bei Bedarf exakt dann abzugeben, wenn die Heizungen in den Schweriner Wohnungen auf Hochtouren laufen.
Die ausgewählten Planungsbüros sollen nun bestehende Daten sichten, technische Machbarkeiten berechnen und all diese Bausteine zu einem schlüssigen Gesamtkonzept verschmelzen.
Vor einigen Wochen hieß es von der Stadt in der Wärmeplanung noch, dass derartige Prüfungen eher theoretischer Natur sein und eine Umsetzung derartiger Ideen eher nicht weiter verfolgt wird. Die aktuellen Ausschreibungen der Stadtwerke scheinen nun zu zeigen, dass sich dem Thema stärker gewidmet wird, als viele dachten.
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