Ganz in weiß – Friedensbündnis plant Kundgebung zu Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki

(stm/red)

Zum 81. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ruft das Schweriner Friedensbündnis am kommenden Donnerstag, dem 6. August 2026, zu einer Kundgebung auf dem Schweriner Marktplatz auf. Die Versammlung soll um 17:00 Uhr beginnen und steht ganz im Zeichen des Gedenkens an die Opfer sowie einer deutlichen Mahnung vor gegenwärtigen nuklearen Risiken. Die Veranstalter bitten alle Teilnehmer ausdrücklich darum, in weißer Kleidung zu erscheinen oder weiße Tücher mitzubringen, um den stillen Protest und das Gedenken optisch zu unterstreichen.

In seinem Aufruf erinnert das Bündnis an die katastrophalen Ereignisse im August 1945, als die USA Atombomben auf die japanischen Städte warfen. Damals verdampften und verbrannten schätzungsweise 65.000 Menschen auf der Stelle, bis zum Ende des Jahres 1945 stieg die Zahl der Todesopfer auf mehr als 200.000 an, und in den Folgejahren litten Millionen weitere Menschen an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung. Diese historischen Dimensionen mahnen nach Ansicht der Initiative bis heute dazu, die unvorstellbaren humanitären Folgen von Atomwaffen anzuerkennen und sich konsequent für eine friedliche Welt ohne nukleares Arsenal einzusetzen. Alle internationalen Konflikte müssten strikt gemäß der Charta der Vereinten Nationen friedlich und ohne jeden Waffeneinsatz beigelegt werden.

Gleichzeitig richten die Organisatoren einen warnenden Blick auf die aktuelle weltpolitische Lage, die sie als hochgefährlich einschätzen. Durch die Aufkündigung zahlreicher Abrüstungs- und Rüstungskontrollabkommen durch die Vereinigten Staaten existieren nach Einschätzung des Bündnisses kaum noch rechtliche Beschränkungen für Atomwaffen. Zusätzliche Sorge bereitet die aus ihrer Sicht aktive Verstrickung der NATO in den Ukraine-Krieg gegen die Atommacht Russland. Kritisiert werden in diesem Zusammenhang Waffenlieferungen, die Bereitstellung von Aufklärungsdaten für Angriffe tief im russischen Raum, gemeinsame Rüstungsproduktionen mit der Ukraine sowie die militärische Nutzung des Luftraums im Baltikum und in Finnland. Auch Truppenverstärkungen und mögliche Kernwaffenstationierungen an den Grenzen Russlands verschärfen die Situation aus Sicht der Initiative drastisch.

Besondere Besorgnis äußert das Schweriner Friedensbündnis über die geplante Beschaffung und Stationierung amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland. Da solche Systeme Moskau in wenigen Minuten erreichen können und extrem kurze Vorwarnzeiten aufweisen, besitzen sie nach Auffassung der Initiatoren das gefährliche Potenzial von Enthauptungswaffen. Es bestehe dadurch das akute Risiko, dass Mitteleuropa und insbesondere Deutschland durch Kernwaffen zerstört werden könnten, sei es durch tragische Missverständnisse, geplante Präventivschläge oder als Verzweiflungsschritt eines Konfliktbeteiligten.

Aus diesen Analysen leitet das Bündnis unmissverständliche Forderungen an die Bundesregierung ab. Anstelle einer fortgesetzten Kriegsbeteiligung gegen Russland müsse sich Berlin mit Nachdruck für eine Beendigung des Ukraine-Krieges durch Diplomatie und einen echten Interessenausgleich einsetzen.

Zudem fordert die Initiative, auf die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge im Rahmen der nuklearen Teilhabe zu verzichten und die Stationierung von neuen Erstschlagswaffen sowie Mittelstreckenwaffen in Deutschland im Sinne des Berliner Appells kategorisch auszuschließen. Statt nach europäischen Kernwaffen zu streben, solle Deutschland dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten und eigene diplomatische Initiativen zur weltweiten Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen starten. Schließlich verlangt das Bündnis einen sofortigen Stopp der schuldenfinanzierten Aufrüstung sowie des damit einhergehenden Sozialabbaus. Die freiwerdenden finanziellen Mittel sollten stattdessen in die Bereiche Soziales, Bildung, öffentliche Infrastruktur und wirksamen Umweltschutz investiert werden.


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