Kaffee nur mit Wind und Muskelkraft: Faire Kaffeefahrt macht Halt in Schwerin

(red/PM)

Ein Kaffee, der ausschließlich per Segelschiff und Fahrrad transportiert wurde, erreicht in der kommenden Woche Schwerin. Am Mittwoch, 12. August, gegen 13 Uhr legen acht Radfahrerinnen und Radfahrer am Weltladen in der Puschkinstraße 18 einen Stopp ein und liefern dort fair gehandelten Bio-Kaffee aus Nicaragua ab.

Die ungewöhnliche Aktion ist Teil der sogenannten „fairen Kaffeefahrt“. Der Kaffee wurde zunächst auf einem historischen Frachtsegler rund 6.500 Seemeilen emissionsarm von Nicaragua nach Hamburg gebracht. Von dort aus transportieren die Teilnehmenden ihn in rund zwei Wochen über etwa 850 Kilometer mit dem Fahrrad zu Weltläden in acht Bundesländern.

Besucher haben in Schwerin die Gelegenheit, den sogenannten Segelkaffee zu probieren und mit den Radfahrerinnen und Radfahrern ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie fairer Handel, nachhaltiger Konsum und globale Gerechtigkeit.

Eine besondere Verbindung zur Landeshauptstadt gibt es ebenfalls: Auf der mehrmonatigen Segelreise war auch die 21-jährige Nele aus Schwerin dabei, die erst vor Kurzem ihr Abitur abgeschlossen hat. Gemeinsam mit der Crew wollte sie ein Zeichen für einen gerechteren Welthandel setzen.

Der Kaffee stammt von der Leipziger Genossenschaft Café Chavalo, die seit 2017 fair gehandelten Bio-Kaffee aus Nicaragua vertreibt. Ziel ist es nach eigenen Angaben, den Kaffeebauern Preise zu zahlen, die ihnen und ihren Familien ein auskömmliches Leben ermöglichen. Gleichzeitig sollen selbstverwaltete Kooperativen gestärkt und umweltschonende Anbaumethoden gefördert werden.

Der Rohkaffee kommt vom Kooperativen-Verband Tierra Nueva in Nicaragua, in dem rund 250 Kleinbauern zusammengeschlossen sind. Im Gegensatz zum konventionellen Kaffeehandel orientiert sich der Preis nicht an den Schwankungen des Weltmarktes. Stattdessen erhalten die Produzenten nach Angaben der Genossenschaft feste und höhere Vergütungen. Angebaut wird der Kaffee unter Schattenbäumen und Bananenstauden, geerntet werden ausschließlich reife Kaffeekirschen von Hand.

Die Organisatoren laden Interessierte ein, am Mittwoch ab 13 Uhr im Weltladen vorbeizuschauen und mehr über das Projekt sowie den nachhaltigen Transport des Kaffees zu erfahren.

 Christian Möls, Christian Mädler und Konstantin Wunderlich-Hörsch vom Freiberger Weltladen satteln ihre Räder für die faire Kaffeefahrt. Foto: Marie-Luise Küchler 


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