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Leser berichtet aus dem Nestlé-Werk: „Diese Müllproduktion war mir immer ein Dorn im Auge“
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(stm/red)

Zu unserem Bericht über den Ausbau des Nestlé-Werks in Schwerin hat sich ein Leser gemeldet, der nach eigenen Angaben mehrere Monate als Zeitarbeiter dort gearbeitet hat. Seine Schilderung betrifft vor allem den Umgang mit Ausschuss – und sie wirft einen durchaus unangenehmen Blick auf das, was während der Produktion im Müll landet.

Der Mann gibt an, als Diplom-Ingenieur bei Nestlé lediglich als Hilfskraft eingesetzt worden zu sein. Trotzdem habe er an den Maschinen gearbeitet, Störungen gesucht und behoben sowie Qualitätskontrollen durchgeführt. Seine eigentliche Kritik gilt jedoch dem Umgang mit den Kapseln. Eine Kapsel auf dem Fußboden? Entsorgung. Auch dann, wenn sie nach seiner Schilderung keinerlei Beschädigungen aufwies. Ein Etikett nicht exakt mittig aufgebracht? Ebenfalls Entsorgung.

Dass solche Kapseln nicht einfach günstiger an Mitarbeiter verkauft wurden, habe er nicht verstanden. Auf seine Frage, warum noch nutzbare Kapseln weggeworfen würden, habe er nach eigener Aussage die Antwort bekommen:

„Das hat steuerliche Gründe!“

Doch damit nicht genug. Während der Produktion seien regelmäßig Kapseln aus den Maschinen gefallen. Der Leser berichtet von Kisten mit mehreren hundert Kilogramm Abfall pro Schicht. Darin hätten sich sowohl zerstörte als auch aus seiner Sicht noch völlig nutzbare Kapseln befunden. „Der Anteil an nutzbaren Kapseln war aus meiner Sicht sehr hoch“, schreibt er.

Gerade dieser Umgang mit den Produkten habe ihn beschäftigt. „Diese Müllproduktion war mir immer ein Dorn im Auge“, so der ehemalige Zeitarbeiter. Er habe seine Kritik daran auch offen geäußert. Nach rund vier Monaten sei sein Einsatz bei Nestlé beendet gewesen. Ob seine kritische Haltung dabei eine Rolle gespielt habe, kann er nicht belegen. Er selbst stellt allerdings einen möglichen Zusammenhang her.

Seine Schilderung ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und keine von schwerin.news unabhängig überprüfte Bilanz des Produktionsausschusses. Sie zeigt aber, dass die Müllfrage bei Kaffeekapseln offenbar nicht erst beim Verbraucher beginnt. Und bei den für Schwerin geplanten Produktionsmengen bekommt genau dieser Punkt eine andere Größenordnung.


Hier geht es zu unserem Nestle Artikel:


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Eine Antwort zu „Leser berichtet aus dem Nestlé-Werk: „Diese Müllproduktion war mir immer ein Dorn im Auge““

  1. Avatar von Bx
    Bx

    Diplom-Ingenieur für was? Die meisten Aussagen sind m.M.n. ganz einfach mit Hygiene- und Qualitätsstandards zu beantworten. Warum sollte Nestle das Risiko eingehen, möglicherweise kontaminierte Ware an Mitarbeiter abzugeben? Wer bei Nestle (in Schwerin) arbeitet oder gearbeitet hat, kennt deren Sicherheitsstandards, auch im Bezug auf Arbeitsschutz. Das Werk sollen nur einwandfreie Produkte verlassen. Nach außen will man den Schein höchster Qualität wahren.

    Das mit den Fehldrucks müsste man nochmal recherchieren, warum diese nicht als B-Ware abgegeben werden sollen. Sollte das nicht Aufgabe des Journalismus sein? Ich vermisse am Ende des Artikels den berühmten Satz „unsere Anfrage an XYZ wurde bis heute nicht beantwortet“. Gibt es also gar keine Nachfrage bei Nestle?

    Kritische Berichte von Ex-Mitarbeitern sind mit ganz besonderer Vorsicht zu genießen. Auch wenn im Artikel darauf mehrfach hingewiesen wurde, sollte Qualität (Recherche) vor der schnellen Veröffentlichung stehen. Die Aussage des Ex-Mitarbeiters kann nur als Aufhänger dienen, darf aber nicht 100% der Information ausmachen.

    Ich möchte meine Nachricht nicht als Verteidigung für Nestle verstehen. So gut es geht mache ich einen großen Bogen um deren Produkte. Und es lohnt sich nach dem Hinweis(!) sehr wohl, genauer hinzuschauen, was die Müllproduktion im Werk betrifft. Diese Diskussion muss aber auf festem journalistischem Fundament stehen, trotz aller Verfehlungen des Konzerns.

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