(stm/red) Öffentlich behauptet die AfD immer: Mit Rechtsextremisten haben wir nichts zu tun! Gehackte E-Mails aus Schwerin zeigen jetzt das genaue Gegenteil. Ein früherer Chef der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ bekam bei der AfD direkten Zugriff auf Namen und Handynummern von Bürgern – und druckte die Jugend-Flyer für Schwerin, kaum dass das Rathaus 5.385 Adressen von Jugendlichen geliefert hatte.
Vor wenigen Tagen haben Hacker Hunderttausende interne E-Mails der AfD ins Internet gestellt. Für Schwerin fördern diese Mails gleich zwei handfeste Skandale zutage.
1. Ein bekannter Rechtsextremist bekam Bürgerdaten frei Haus
Eigentlich schwört die AfD ihren Wählern: Mit der „Identitären Bewegung“ arbeiten wir niemals zusammen! Denn diese Gruppe gilt beim Verfassungsschutz offiziell als gesichert rechtsextrem.
In Wahrheit saß Daniel Fiß – jahrelang der zweite Mann der Identitären Bewegung in ganz Deutschland – mitten in der Schaltzentrale der AfD in Mecklenburg-Vorpommern und im Schweriner Schloss:
- Wer sich auf einer Wahlkampf-Seite der AfD im Internet eintrug, dessen Name, Wohnort, E-Mail und Handynummer gingen automatisch direkt ins Postfach von Daniel Fiß.
- Die AfD gab dem Rechtsextremisten den vollen Chef-Zugang zu ihrer Landes-Webseite.
- Wenn jemand verlangte, dass sein Name gelöscht wird, entschied darüber Daniel Fiß („Hallo Janine, nö, habe jetzt seinen Namen von der Seite gelöscht“). Sogar um Fragen zum Datenschutz-Postfach der AfD kümmerte er sich.
- Und als Journalisten von ARD und ZDF kritisch nachfragten, ob die AfD-Jugend mit den Identitären zusammenarbeitet, log man ihnen ins Gesicht – nachdem man die Ausrede vorher per Mail mit Daniel Fiß abgesprochen hatte („Dieser Antwortvorschlag ist auch mit Daniel abgestimmt“).
2. 5.385 Schweriner Jugend-Adressen für 5 Cent – heute für jeden im Netz
Noch schlimmer traf es 5.385 Jugendliche und junge Erwachsene aus Schwerin (16 bis 23 Jahre alt, manche beim Stichtag erst 15).
Im August kaufte die AfD, wie andere Parteien ihre Namen und Wohnadressen ganz legal im Schweriner Rathaus – für fünf Cent pro Kopf (zusammen 269,25 Euro). Das Gesetz erlaubt das vor einer Wahl, aber nur für die Partei selbst und nur bis einen Monat nach der Wahl. Danach muss jede Adresse vernichtet werden.
Doch was passierte in Schwerin?
- Das Passwort für die 5.385 Adressen ging direkt an Alexander Tschich, den Chef der neuen AfD-Jugend (Nachfolgerin der aufgelösten, rechtsextremen Jungen Alternative) – obwohl diese Jugendtruppe gar nicht auf dem Wahlzettel stand.
- Genau einen Tag später schickte Rechtsextremist Daniel Fiß der AfD die Rechnungen für Schweriner „Erstwählerflyer“ und „Mitmachflyer“ dieser Jugendgruppe. Ob er für den Versand auch die 5.385 Rathaus-Adressen selbst bekam, verraten die Rechnungen nicht – genau das muss jetzt der Landesdatenschützer klären.
- Gelöscht wurde rechtzeitig gar nichts: Am 20. Oktober hätten alle 5.385 Adressen vernichtet sein müssen. Weil die AfD ihre Postfächer kaum schützte und Listen offen herumschickte, räumten Hacker alles leer. Seit dem 22. Oktober stehen alle 5.385 jungen Schweriner mit Namen und Haustür für immer im Internet.
schwerin.news hat wird in den nächsten Tagen AfD, Alexander Tschich, Daniel Fiß, die Stadt Schwerin und den Landesdatenschützer um Stellungnahme gitten.
So schützen Eltern und Jugendliche in Schwerin ihre Adresse:
Wer betroffen ist, kann von der AfD kostenlos schriftlich verlangen zu erfahren, wer seine Adresse bekommen hat. Und im Schweriner Bürgerbüro kann jeder kostenlos eine Übermittlungssperre eintragen lassen – dann darf das Rathaus die eigene Adresse vor der nächsten Wahl an gar keine Partei mehr verkaufen.
Quellen und Original-Belege
Alle Belege in diesem Text stammen aus Unterlagen der Beteiligten selbst: aus den geleakten E-Mails der AfD und ihren Rechnungsanhängen. schwerin.news hat keine eigenen Vorwürfe formuliert, sondern zitiert, was dort geschrieben steht.
Hinweis: Zum Schutz der 5.385 betroffenen Schweriner Jugendlichen verlinkt schwerin.news keine Adresslisten, sondern nur die geprüften Nachweise zu Vorgängen, Rechnungen und Verantwortlichkeiten.
- Bürgerdaten (Name, Ort, Handynummer) von
kommunalwahl-mv.desowie Webseiten-Zugang gingen direkt an Daniel Fiß (agentur@okzident.media):
Posteingangto:agenturim Leak-Archiv | Löschantrag & Webseiten-Rechnungenkommunalwahl-mv - Abstimmung der ARD/ZDF-Ausrede zwischen AfD-Jugendchef Tschich und „Daniel“ (21./22.01.2026):
E-Mail-VerlaufHeiligensetzerim Leak-Archiv - Daniel Fiß beantwortet Fragen zum Postfach
datenschutz@afd-mv.de(03.09.2026):
Datenschutz-MailIDS0572604im Leak-Archiv - Daten- und Passwort-Mail der Stadt Schwerin an Alexander Tschich vom 06.08.2026 (269,25 €):
Belegfrom:mbasowim Leak-Archiv - Rechnungen „Schwerin GD-Erstwaehlerflyer“ und „Schwerin GD Mitmachflyer“ von Daniel Fiß (07./10.08.2026):
RechnungsbelegeErstwaehlerflyerim Leak-Archiv - Zuordnung von
agentur@okzident.mediazu „Okzident Media“ undFissMedia(Daniel Fiß):
NachweisFeldzugBlog| AbrechnungenFissMedia - Gesetz & Hintergrund:
§ 50 Bundesmeldegesetz | NDR-Bericht zu Daniel Fiß und Alexander Tschich (25.09.2026)


















Geben Sie hier ihren Senf dazu ab.