(red)
Es war ein Satz, der sich in die Geschichte eingebrannt hat: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Am 15. Juni 1961 hatte DDR-Staats- und SED-Parteichef Walter Ulbricht diese Erklärung abgegeben. Nur 59 Tage später, in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961, begann der Bau der Berliner Mauer.
Zum 65. Jahrestag erinnert Schwerin an die Opfer der deutschen Teilung und des DDR-Grenzregimes. Die Landeshauptstadt Schwerin, die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur laden am Donnerstag, 13. August 2026, um 10 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung am Demmlerplatz ein, wie aus einer aktuellen Pressemitteilung hervorgeht.
An der Tafel für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft wird an Menschen erinnert, die durch das Grenzregime der DDR verfolgt wurden, bei Fluchtversuchen ums Leben kamen oder unter der politischen Verfolgung litten.
Mit dem Mauerbau wurde Berlin endgültig geteilt. Tausende Soldaten und Polizisten riegelten die Übergänge ab, Straßen wurden aufgerissen und Sperranlagen errichtet. Familien wurden getrennt, Freundschaften zerbrachen und viele Menschen verloren die Möglichkeit, frei über ihren eigenen Lebensweg zu entscheiden.
Die Berliner Mauer wurde zum Symbol der deutschen Teilung bis 1989. Doch die Abschottung der DDR hatte bereits Jahre zuvor begonnen. Ab 1952 entstanden entlang der innerdeutschen Grenze Sperrzonen. Die Anlagen richteten sich nicht nach außen, sondern gegen die eigene Bevölkerung. Später wurden sie durch doppelte Stacheldrahtzäune, Minen, Hunde und Selbstschussanlagen verstärkt. Mit der Änderung des Passgesetzes im Dezember 1957 wurde jeder Versuch, die DDR ohne Genehmigung zu verlassen, strafbar.
Schwerins Stadtpräsidentin Mandy Pfeifer erklärt:
„Viele Menschen erinnern sich an ihre Jugend in der DDR – an die erste Fahrt auf der Simson, an Freundschaften, an unbeschwerte Momente. Diese Erinnerungen gehören zu ihrer Lebensgeschichte und verdienen Respekt. Sie dürfen aber niemals darüber hinwegtäuschen, dass die DDR eine Diktatur war. Sie hat Menschen eingesperrt, Familien getrennt, viel Leid gebracht und einigen sogar das Leben gekostet.“
Pfeifer betont weiter:
„Gerade deshalb müssen wir jungen Menschen vermitteln, was die Friedliche Revolution und die Wiedervereinigung dem Osten geschenkt haben: Freiheit, Demokratie und die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu gestalten. Erinnerung ist kein Blick zurück, sie ist ein Auftrag für unsere Zukunft.“
Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, erinnert an die Opfer des Grenzregimes:
„An der 231 Kilometer langen Grenze in Mecklenburg starben mehr als 30 Menschen, mindestens 135 Menschen kamen bei Fluchtversuchen in der Ostsee ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen. Zahlreiche weitere Menschen wurden bei dem Versuch oder bei der Planung ihrer Flucht verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt.“
Er ergänzt:
„Die Grenze, ihre Opfer und das Leid, das sie bedeutet hat, erinnern uns auch heute daran, wie kostbar Demokratie, Freiheit und Menschenrechte sind.“
Burkhard Bley, Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur für Mecklenburg-Vorpommern, erklärt:
„Mit dem Mauerbau vom 13. August 1961 schloss sich für die Menschen in der DDR endgültig der Eiserne Vorhang. Die SED-Führung errichtete gegen das eigene Volk ein perfides und unmenschliches Grenzregime. Wir gedenken an diesem Tag der Opfer des SED-Unrechts und setzen ein Zeichen für Demokratie und Freiheit.“
Der Demmlerplatz wurde bewusst als Ort des Gedenkens gewählt. Das Gerichtsgebäude war während der DDR-Zeit Sitz der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit. Im dortigen Untersuchungsgefängnis wurden Menschen nach Fluchtversuchen oder aus politischen Gründen festgehalten, verhört und unter Druck gesetzt.
Am 13. August 2026 wird in Schwerin an die Opfer des DDR-Grenzregimes erinnert.
Termin:
Donnerstag, 13. August 2026, 10:00 Uhr
Demmlerplatz Schwerin
an der Tafel für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft















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