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Sie hießen Kiki, Skunky, Momo und Matthias: Ein Nachruf auf die Menschen am Rand der Stadt
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Ein persönlicher Nachruf unserer Redaktion.

Auch in diesem Jahr sind in Schwerin wieder viele Menschen aus der finanziell ärmsten Schicht der Stadt gestorben. Vier von ihnen hießen Kiki, Skunky, Momo und Matthias – und gewiss gibt es weitere, von denen niemand außerhalb ihrer unmittelbaren Umgebung je erfahren hat.

Einige von ihnen starben an den Folgen ihrer Suchterkrankungen. Andere sahen im Suizid den letzten Ausweg aus ihrem Leben. Und die Zahlen steigen: Waren es 2024 noch zwölf Menschen, die in der Landeshauptstadt durch Suizid verstarben, waren es 2025 bereits 28 – wie diese Redaktion im Mai berichtete.

Wie viele Todesfälle auf die ärmste Schicht der Stadt entfallen, erfasst keine amtliche Statistik. Ihre Toten tauchen in keiner eigenen Zahl auf – sie bleiben in den Erinnerungen derer, die sie kannten.

Was hier steht, ist ein Nachruf an diejenigen, die am Rande der Gesellschaft leben und lebten – und die vielen lange als unwichtig galten. Sie waren es nie. Sie hatten Namen, sie hatten Geschichten, und es gibt Menschen, die um sie trauern.

Manche von ihnen waren unbequem, unhöflich, schwer zugänglich. Das soll hier nicht verschwiegen werden. Andere wiederum waren von Herzensgüte, wenn man Äußerlichkeiten wie fehlende Zähne oder abgetragene Kleidung nicht zum Maßstab macht. Beides gehörte zu ihnen, und beides macht sie nicht weniger zu Menschen, die diese Stadt verloren hat.

Kiki. Skunky. Momo. Matthias. Und all die anderen, deren Namen unbekannt blieben. In einer Stadt, die gerne von Welterbe und Wohlstand erzählt, sterben die Ärmsten oft still und unbemerkt, ohne Zeile in irgendeinem Blatt. Dieser Text soll das nicht ungeschehen machen. Aber er soll zeigen: Auch sie gehörten zu dieser Stadt.

Über einen von ihnen hatte diese Redaktion erst im September berichtet: Für Skunki, ein „Schweriner Original“, sammelten Freunde und Wegbegleiter Spenden für einen würdevollen letzten Weg – statt einer anonymen Sozialbestattung. Am Pfaffenteich erinnert inzwischen ein in gelber Farbe geschriebener Schriftzug an zwei von ihnen: „RIP Skunk, Kiki.“ Kein offizielles Mahnmal, keine Gedenktafel – nur jemand, der nicht wollte, dass ihre Namen verschwinden.

Vielleicht ist das auch eine Erinnerung daran, dass am Rand noch leben, wer von ihnen übrig ist – und dass Hinsehen nichts kostet.

Wer selbst in einer Notlage steckt oder jemanden kennt, der nicht mehr weiterweiß: Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 sowie 116 123. In akuten Krisenfällen gilt die 112.

Lesen Sie dazu auch gerne:

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Foto: Redaktion schwerin.news

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(red)

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