(stm/red)
Die Landtagswahl ist vorbei. Die Ergebnisse liegen auf dem Tisch. Viele Menschen freuen sich, andere sind enttäuscht, manche sind überrascht oder schlicht ratlos, wie es politisch weitergehen soll. Und genau darüber soll am Donnerstag in Lankow gesprochen werden. Oder besser gesagt: gesprochen und zugehört.
Am 24. September lädt das Format „Sprechen & Zuhören“ von 17 bis 19.30 Uhr in die Weinbergschule in der Eutiner Straße ein. Das Thema lautet: „Nach der Landtagswahl – wie geht es mir mit dem Ergebnis?“ Die Veranstalter wollen wissen, was das Wahlergebnis bei den Teilnehmern auslöst, was sie anderen dazu sagen möchten und was sie von anderen hören wollen. Eingeladen sind Menschen aus Lankow und ausdrücklich auch aus anderen Stadtteilen.
Interessant wird es bei einem Blick auf die Spielregeln. Denn eine politische Debatte soll ausdrücklich nicht stattfinden. Auch der Versuch, andere von der eigenen Meinung zu überzeugen, gehört laut Ankündigung nicht zum Konzept. Ebenso wenig soll geklärt werden, „wer Recht hat“. Stattdessen geht es um Zuhören, gegenseitiges Verstehen und darum, unterschiedliche Perspektiven nebeneinander stehen zu lassen. Sprechen ja. Zuhören sowieso. Diskutieren eher nicht.
Das kann man zunächst einmal für eine gute Idee halten. Gerade nach einer Wahl, bei der politische Gräben sichtbar geworden sind, ist es nicht völlig verkehrt, Menschen überhaupt wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Wer seinem Gegenüber zuhört, muss dessen Meinung schließlich nicht übernehmen. Und vielleicht ist es manchmal tatsächlich sinnvoller, erst einmal zu verstehen, warum jemand etwas anders sieht, bevor man ihm die eigene Meinung um die Ohren haut.
Andererseits bleibt eine interessante Frage: Was ist ein politischer Dialog noch wert, wenn die politische Auseinandersetzung ausdrücklich draußen bleiben soll? Demokratie besteht schließlich nicht nur daraus, dass jeder einmal erzählen darf, wie er sich fühlt. Demokratie lebt auch vom Widerspruch, von Argumenten, von Nachfragen und manchmal sogar davon, dass zwei Menschen am Ende feststellen: Wir sind uns überhaupt nicht einig.
Vielleicht ist genau das der interessante Teil des Donnerstagabends. Nicht, ob am Ende alle einer Meinung sind. Sondern ob man es aushält, dass sie es nicht sind.
Organisiert wird der Abend im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ Schwerin. Das Format gehört zu einer Reihe von drei Nachbarschaftsdialogen in Lankow. Die Veranstalter betonen: Alle sind willkommen, jede Stimme zählt und unterschiedliche Meinungen dürfen nebeneinanderstehen.
Vielleicht sollte man deshalb einfach hingehen. Sprechen. Zuhören. Und vielleicht sogar widersprechen. Denn Demokratie ist nicht nur dann schön, wenn alle friedlich nicken.















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