Großes Stromprojekt: Jetzt werden Grundstücke rund um Schwerin untersucht

(stm/red)

Die Firma 50Hertz will rund um Schwerin Grundstücke betreten – und dort nach Tieren und Pflanzen suchen. Die Stadt Schwerin hat dazu jetzt eine offizielle Bekanntmachung veröffentlicht. Hintergrund ist ein geplantes großes Stromnetzprojekt, dessen tatsächliche Umsetzung allerdings noch Jahre entfernt ist.

Von Oktober 2026 bis voraussichtlich Oktober 2027 sollen entlang des bestehenden Stromtrassen-Korridors zwischen Mühlenbeck und dem Umspannwerk Wessin umfangreiche Untersuchungen stattfinden. Dabei werden unter anderem Tiere, Pflanzen und Lebensräume erfasst. Dafür dürfen die von 50Hertz beauftragten Fachleute auch private Grundstücke sowie land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen betreten oder befahren. Je nach Tierart können die Untersuchungen auch nachts stattfinden. Eingesetzt werden unter anderem Beobachtungen, Begehungen und sogenannte Horchboxen.

Was dahintersteckt, ist das Projekt P223 „Sahms/Nord – Mühlenbeck – Güstrow“. Die bestehende 380-Kilovolt-Leitung zwischen Güstrow und Sahms/Nord soll langfristig verstärkt werden. Nach Angaben von 50Hertz reicht ihre derzeitige Kapazität für die künftig erwarteten Strommengen nicht aus. Vereinfacht gesagt: Durch die Leitung soll später mehr Strom transportiert werden können – insbesondere mit Blick auf den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien im Norden.

Wichtig: Eine neue Stromleitung wird jetzt noch nicht gebaut. Die angekündigten Arbeiten sind zunächst Vorarbeiten für ein späteres Genehmigungsverfahren. 50Hertz betont ausdrücklich, dass die Kartierungen keine Entscheidung über das Vorhaben oder einen konkreten Trassenverlauf darstellen. Das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt zwischen Mühlenbeck und dem Umspannwerk Wessin soll nach derzeitiger Planung erst 2029 beginnen. Betroffen sind neben Schwerin zahlreiche Gemeinden im Landkreis Ludwigslust-Parchim, darunter Pampow, Stralendorf, Warsow, Klein Rogahn, Plate, Sukow und Crivitz.

Für Grundstückseigentümer bedeutet die Bekanntmachung zunächst vor allem: In den kommenden Monaten können Mitarbeiter beauftragter Fachbüros auf ihren Flächen auftauchen. Die einzelnen Untersuchungen sollen laut 50Hertz meist zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden dauern. Sollte durch die Vorarbeiten unmittelbar ein Vermögensschaden entstehen, etwa ein Flurschaden, soll dieser entschädigt werden.


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