Die Fischtreppe zwischen Pfaffenteich und Ziegelinnensee wird nicht fertig, bevor sie angefangen hat: Auch der zuletzt angekündigte Baustart im Mai 2026 ist verstrichen. Die Stadtverwaltung muss den Zeit- und Kostenplan erneut überarbeiten.
Das Projekt hat eine lange Vorgeschichte. Anfang 2025 wurden bereits Bäume gefällt, dann platzte der Baustart – als Begründung nannte die Stadt das Ausbleiben der Fördermittel nach dem Bruch der Ampel-Regierung in Berlin. Damals war von Gesamtkosten von mehr als vier Millionen Euro die Rede, zu 90 Prozent gefördert vom Land. Im Haushalt 2027/2028 sind für das Projekt „Renaturierung Aubach Wehr Pfaffenteich“ rund 291.500 Euro eingeplant. Auf die genehmigten Fördermittel habe der Bauverzug keine Auswirkungen, heißt es aus der Verwaltung.
Als Grund für die jüngste Verzögerung nennt die Stadt ein „herausforderndes Bauumfeld“. Baubeginn: weiter offen. Die Bauzeit selbst war mit rund zwei Jahren veranschlagt. Verpflichtet ist Schwerin zum Bau trotzdem – das schreibt EU-Recht vor. Am Wehr zwischen Pfaffenteich und Ziegelinnensee kommt derzeit kein Fisch vorbei. Erst mit der Treppe soll eine rund 26 Kilometer lange Wanderstrecke entstehen: Meerforellen oder Flussneunaugen könnten dann vom Schweriner See bis in die Nähe von Bobitz im Landkreis Nordwestmecklenburg schwimmen.
Bei all den Jahren Planung, Millionen Euro Kosten und immer neuen Terminen drängt sich eine freche Frage auf: Am Wehr fließt das Wasser sowieso – rund um die Uhr, Jahr für Jahr. Warum nicht prüfen, ob sich dort, wo für die Fische ohnehin eine Treppe gebaut wird, eine kleine Wasserkraftanlage mit installieren lässt? So wie vor vielen Jahrzehnten bereits geschehen? Andernorts werden Fischaufstieg und Stromerzeugung an Wehren längst kombiniert, etwa mit Wasserkraftschnecken, die selbst den Fischen nicht schaden. Wenn eine Treppe an einem einzigen Wehr ewig und teuer wird, wäre es zumindest eine Überlegung wert, ob das dauerhaft fließende Wasser nicht auch etwas zurückzahlen kann. Die Stadt müsste es nur ausrechnen lassen.
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Quellen: Schwerin Lokal (Christoph Loose, 12.10.2026) mit Auskünften der Stadtverwaltung Schwerin. Foto: Carsten Steger (CC BY-SA 4.0), via Wikimedia Commons.
(red)














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