(red) Vom 9. bis 14. November zeigt die Bundeswehr in der Marienplatz-Galerie, was sie kann. Rund 25 Dienststellen, Vorführungen von Sanitäts- und Spezialkräften, ein Bundeswehr-Quiz, und vor dem Eingang steht eine Starterbatterie des Flugabwehrsystems Patriot. Vier Tage lang protestiert davor ein Bündnis gegen genau das.
Die Ausstellung heißt „Schwerin in Grün“ und läuft zum dritten Mal. Im Grußwort schreibt Flottillenadmiral Ulrich Reineke, Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, es gehe um den Krieg in der Ukraine, um steigende Verteidigungsausgaben und um den Aufwuchs der Bundeswehr, dazu um Zivilschutz und die Resilienz der Bevölkerung. Vor Ort ist auch ein Stand des Karrierecenters. Wer will, kann sich über eine Laufbahn informieren.
Die Galerie ist der richtige Ort, wenn man Reichweite will. In diesen Tagen sind dort täglich Tausende unterwegs, viele davon jung. Genau darin liegt der Streit.
Vom 9. bis 13. November ruft ein Bündnis zur antimilitaristischen Aktionswoche am Marienplatz auf, unter dem Titel „Die Schönheit liegt in der Straße“. Die Woche liegt exakt auf den Tagen der Ausstellung. Einzelne Programmpunkte und Uhrzeiten nennt das Plakat nicht.
Der Hintergrund reicht über die Ausstellung hinaus. Die Bundeswehr stellt ihre Assessment- und Musterungsorganisation neu auf, und in Schwerin sollen dafür Räume in der Marienplatz-Galerie entstehen. Das BSW im Landtag kritisiert das scharf: „Während Räume für Jugendkultur, soziale Projekte und alternative Nutzungskonzepte fehlen, scheint für militärische Infrastruktur plötzlich Platz zu sein.“
Damit stehen sich im November zwei Vorstellungen davon gegenüber, was in eine Innenstadt gehört. Auf der einen Seite eine Armee, die sich als Arbeitgeber präsentiert und dafür die Fußgängerzone wählt. Auf der anderen ein Bündnis, das Militarisierung im Alltag nicht als Angebot liest, sondern als Verschiebung.
Weiter geht es am 20. November. Um 14 Uhr ruft „Gen Z regelt“ zu einer Demo auf den Grunthalplatz, Teil eines bundesweiten Aktionstags in 34 Städten. Nach den Ausschreitungen vom 1. November in Frankfurt und Köln beobachten die Sicherheitsbehörden die Gruppe genauer.
Der letzte Termin gehört den Frauen. Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, zeigt die Gruppe Männer* gegen Femizide um 15.30 Uhr die Streetart-Performance „Spuren auf der Haut“ an der Schmiedestraße, Ecke Bischofstraße. Dort hängt seit 2025 die Femizidwand, das Mahnmal für die Frauen, die in Deutschland jedes Jahr getötet werden.
Drei Termine, drei Themen, ein Monat. Wer sehen will, wie politisch diese Stadt gerade ist, hat im November reichlich Gelegenheit dazu.


















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