(red) Der Zoo Schwerin wollte in diesem Jahr 166.000 Tickets verkaufen. Ende August liegt er rund 15 Prozent darunter. Aufholen lässt sich das bis Silvester nicht mehr. Die Stadt legt 750.000 Euro drauf.
So steht es im Finanzbericht der Verwaltung. Dort ist von einer kritischen Liquiditäts- und Ergebnissituation die Rede, in die der Zoo durch die ausgebliebenen Einnahmen geraten ist.
Der Zoo spart jetzt. Die Stadt nennt zusätzlich verstärkte Werbung, zum Beispiel ein Sommer-Nachmittagsticket. Wie viel ein vergünstigter Nachmittag einbringen müsste, um das Loch zu schließen, steht in dem Papier nicht.
Die 750.000 Euro sind nicht vollständig gedeckt. Ein Teil lässt sich laut Bericht im eigenen Teilhaushalt auffangen. Der Rest läuft über eine überplanmäßige Ausgabe, die die Stadtvertretung beschließen muss.
Hinter dem Ticketproblem steckt ein Fehler im System, der sich jedes Jahr wiederholt. Der Betriebskostenzuschuss der Stadt steigt um 2 Prozent jährlich. Die Kosten des Zoos steigen schneller. Je länger das so läuft, desto größer wird die Lücke, egal wie viele Besucher kommen.
Geplant ist trotzdem ein Neubau, der Betriebshof mit dem Arbeitstitel Zoo-Campus. Die Machbarkeitsstudie ist fertig, Fördermittel sollen eingeworben werden.
Im Nachtrag steht der Zoo damit in einer Reihe mit der Jugendhilfe und dem Tarifabschluss. Drei Posten, die die Stadt bezahlen muss, ohne dass sie etwas dafür bekommt.
Das Ticketziel von 166.000 stand als Ziel im Bericht. Verfehlt ist es, und zwar deutlich. Warum es so hoch angesetzt war, erklärt niemand.


















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