Jugendhilfe in Schwerin schlägt Alarm: Neue Förderrichtlinie sorgt für Streit um Finanzierung

(stm/red)

Die Finanzierung zahlreicher Angebote für Kinder und Jugendliche in Schwerin steht auf dem Prüfstand. Wie die Schweriner Volkszeitung (SVZ) berichtet, sorgt eine neue Förderrichtlinie der Landeshauptstadt derzeit für erhebliche Diskussionen zwischen Verwaltung und freien Trägern der Jugendhilfe.

Kern des Streits ist ein geplanter Eigenanteil: Künftig sollen Träger von Projekten der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugend- und Schulsozialarbeit grundsätzlich mindestens zehn Prozent der Kosten selbst tragen. Nach Angaben der Stadt soll damit mehr Transparenz geschaffen und der Umgang mit öffentlichen Geldern vereinheitlicht werden. Ausnahmen sollen bei größeren Projekten innerhalb von Trägerverbünden möglich sein. Gleichzeitig soll die Fördersumme von insgesamt mehr als sechs Millionen Euro jährlich nach Angaben der Verwaltung nicht gekürzt werden.

Mehrere Träger sehen die Pläne jedoch kritisch. Gegenüber der SVZ warnt unter anderem die Caritas, dass Angebote langfristig gefährdet sein könnten. Auch die Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend befürchtet zusätzliche finanzielle Belastungen und stellt die Frage, wie insbesondere kleinere Träger den geforderten Eigenanteil aufbringen sollen.

Die Stadt verweist dagegen darauf, dass der Begriff „grundsätzlich“ bewusst Spielräume für Ausnahmen lasse. Vor allem bei der Schulsozialarbeit werde geprüft, ob besondere Regelungen erforderlich sind. Zudem sei die Förderrichtlinie eine notwendige Modernisierung, da die bisherige Regelung noch aus dem Jahr 1999 stammt.

Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Vor der erneuten Beratung im Jugendhilfeausschuss im September soll eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Trägerlandschaft offene Streitpunkte diskutieren. Während die Verwaltung an den wesentlichen Inhalten festhalten möchte, hoffen die freien Träger noch auf Nachbesserungen.

Hintergrund der Debatte ist auch die angespannte Haushaltslage der Landeshauptstadt. Steigende Personal- und Sachkosten setzen den Jugendbereich seit Jahren unter Druck.


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Eine Antwort zu „Jugendhilfe in Schwerin schlägt Alarm: Neue Förderrichtlinie sorgt für Streit um Finanzierung“

  1. Avatar von
    Anonymous

    Kinder abzocken heißt Modernisierung ? Ich dachte immer Kinder sind unsere Zukunft. Und in die Zukunft muss investiert werden und nicht gekürzt.

    Mir tun nur die Kinder leid, die sich die 10% nicht leisten können.

    Der Bürgermeister hat vor der Wahl schon gezeigt, was er von Kindern hält (Spielplatz Lankow). Jetzt zieht er so richtig durch.

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