Petermännchenfähre auf dem Trockenen: Neuer Motor soll sie 2027 zurückbringen

(red)

Seit dem 1. Juni liegt die Petermännchenfähre am Anleger E-Werk – nun ist sie endgültig auf dem Trockenen. Die Fähre wurde am Dienstag aus dem Pfaffenteich gehoben und anschließend per Schwerlasttransport zum Betriebshof des Nahverkehrs Schwerin gebracht. Dort beginnt jetzt die umfassende technische Untersuchung des Schiffes. Ob die Fähre wie geplant zum Saisonstart 2027 wieder über den Pfaffenteich fahren kann, hängt dabei nicht nur vom neuen Motor ab.

Auslöser für den Ausfall war ein Motorschaden. Der defekte Antriebsmotor war bereits im Juni ausgebaut und zur Untersuchung in einen auf die Instandsetzung und Aufarbeitung von Antriebsmotoren spezialisierten Fachbetrieb im Emsland gebracht worden. Dort wurde der Motor vollständig zerlegt, gereinigt und untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Mehrere Schäden wurden festgestellt. Eine Reparatur des vorhandenen Motors sei technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll, heißt es. Stattdessen soll ein fachgerecht aufgearbeiteter Austauschmotor eingebaut werden. Dieser wird vollständig überholt und soll anschließend technisch weitgehend dem Zustand eines neuen Motors entsprechen.

Bevor dieser Austauschmotor allerdings überhaupt beauftragt und eingebaut wird, kommt die Fähre selbst auf den Prüfstand. Die eigentlich erst für die kommende Wintersaison vorgesehene Landrevision wird um rund zwei Monate vorgezogen. Dabei wird das Schiff umfassend gewartet und technisch untersucht. Festgestellte Schäden sollen, soweit notwendig, direkt behoben werden. Besonders wichtig ist der Blick unter die Wasserlinie: Am Schiffsrumpf soll eine detaillierte Wandstärkenmessung zeigen, in welchem Zustand das Material tatsächlich ist. Erst wenn dabei keine wesentlichen Schäden festgestellt werden, soll der Auftrag für den Austauschmotor endgültig umgesetzt werden.

Parallel laufen die Planungen für den Fähranleger am Arsenal. Die bestehende Anlegestelle soll umfassend erneuert werden. Ziel ist, die Arbeiten rechtzeitig zum Saisonstart 2027 abzuschließen. Dann soll auch die Petermännchenfähre mit überholter Technik und neuem Antrieb wieder auf den Pfaffenteich zurückkehren. Ganz sicher ist der Neustart allerdings erst, wenn die Untersuchungen des Schiffsrumpfes abgeschlossen sind. Die nächsten Wochen dürften deshalb zeigen, ob der Motorschaden tatsächlich das größte Problem der alten Fähre war – oder ob bei der Landrevision noch weitere Baustellen auftauchen.

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Fotos: NVS


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