(red)
Wer im Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet, bekommt künftig mehr Geld. Ab Oktober steigt der tarifliche Mindestlohn auf 14,20 Euro pro Stunde. Im Juli 2027 werden daraus 14,90 Euro. Gleichzeitig steigen die tariflichen Löhne und Gehälter zunächst um 3 Prozent und im kommenden Jahr noch einmal um 2 Prozent. Rund 56.000 Beschäftigte sind betroffen.
Der Abschluss ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Tarifrunde nicht ohne Druck verlief. Beschäftigte legten in Streiks die Arbeit nieder. Ver.di berichtet von starken Streikaktionen und erklärt, dass das erste Angebot der Arbeitgeber unter anderem sogenannte Nullmonate vorgesehen habe. Aus Sicht der Gewerkschaft hätte das einen deutlichen Reallohnverlust bedeutet. Nach der zweiten Verhandlungsrunde steht nun der neue Tarifvertrag.
Gerade bei den niedrigeren Einkommen soll es stärker nach oben gehen. Für die unteren Entgeltgruppen wurde eine überproportionale Erhöhung vereinbart. Auch die Ausbildungsvergütungen steigen stärker als die allgemeinen Entgelte. Für jemanden, der bisher nach einer unteren Tarifgruppe bezahlt wird, kann der Abschluss deshalb mehr bedeuten als die zunächst genannten 3 Prozent.
Der Tarifvertrag läuft 25 Monate. Janett Karow, Beschäftigte bei IKEA und Mitglied der ver.di-Tarifkommission, bezeichnete das Ergebnis als „annehmbar“. Gleichzeitig bleibt ein Punkt offen, den ver.di schon länger kritisiert: Die Einkommen im Osten und Westen sind nach Angaben der Gewerkschaft weiterhin nicht vollständig angeglichen. Bert Stach, ver.di-Verhandlungsführer im Handel, führt den Abschluss vor allem auf den Druck der Beschäftigten zurück.
Für die Beschäftigten ist damit zumindest bei den tariflichen Löhnen klar, wann mehr Geld kommt: die erste Erhöhung im Oktober, die nächste im Juli 2027.












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