(stm/red)
Ein abgestürzter Pilot in gleißender Hitze, Sandflächen, Gebeine und die Sehnsucht nach Sinn: Mit „Zwischen Wind, Sand und Sternen“ bringt die 12. Klasse der Freien Waldorfschule Schwerin derzeit eine Inszenierung auf die Bühne, die weit über einen klassischen Schul-Theaterabend hinausreicht. Und sie schlägt eine Brücke, die gerade für Schwerin von ganz eigener Bedeutung ist.
In den vergangenen Wochen wurde in der Perleberger Straße geschraubt, genäht, geschrieben und – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Menge Sand geschaufelt. Entstanden ist ein kraftvolles, poetisches Stück, frei nach Antoine de Saint-Exupérys Werken. Die junge Theaterkunst widmet sich hier nicht einfach einer gefälligen Nacherzählung des „kleinen Prinzen“, sondern bohrt tief: Zwischen Halluzination, Erinnerung und dem Kampf gegen das Vergehen entsteht ein Raum, in dem Einsamkeit zu Begegnung wird.
Dass dieser Stoff in Schwerin einen besonderen Nährboden hat, ist kein Zufall – vielleicht schon – denn die Schülerinnen und Schüler werden nicht wissen dass es in Schwerin seit Jahren eine „Kleine Prinz“ Fan Gmeinde gibt.
Denn bereits vor etwa 15 Jahren setzte sich der Stadtvertreter und Autor Ralph Martini im Magazin „die straße“ intensiv mit Saint-Exupéry und dessen poetischem Vermächtnis auseinander. Er schrieb damals über die Suche nach Menschlichkeit und den Blick für das Wesentliche in einer oft rauen Welt.

Wenn nun Jugendliche – handgemacht, mit, wie der Herausgeber von http://www.schwerin.news erleben durfte, spürbarer Hingabe und viel Herzblut in Eigenregie – genau diese Themen auf die Bühne hieven, schließt sich auf leise Weise ein Kreis. Es zeigt, dass die Gedanken von damals in dieser Stadt weiterwandern und von einer neuen Generation mit Leben gefüllt werden. Ohne das man voneinander weiss.
Wer das erleben möchte: Die letzten Vorstellungen laufen an diesem Wochenende in der Perleberger Straße 18. Karten gibt es direkt an der Abendkasse. Ein Blick, der sich lohnt. Oder wie es der Prinz, der kleine sagen würde:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.““


Hörbuch:












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