Nach Nein zu Friedhofsgebühren: Handwerk hofft auf Neustart im Dialog

(stm/red)

Nach der vorerst gescheiterten Erhöhung der Friedhofsgebühren in Schwerin richtet sich der Blick nun auf das weitere Vorgehen der Stadt. Die Stadtvertretung hatte die geplante Änderung der Friedhofsgebührensatzung am Montagabend mit 16 Ja- zu 16 Nein-Stimmen abgelehnt. Damit bleibt es zunächst bei den bisherigen Gebühren. Zugleich ist klar: Das Thema wird die Stadtpolitik weiter beschäftigen. Das Handwerk wünscht sich einen Neustart und signalisiert Dialogbereitschaft.

Die Verwaltung hatte die geplante Erhöhung mit gestiegenen Kosten begründet. Kritiker aus Handwerk und Bestattungswesen hatten dagegen vor erheblichen Belastungen für Angehörige, Betriebe und die Bestattungskultur in Schwerin gewarnt. Besonders deutlich hatte sich Uwe Lange, Steinbildhauermeister und ehrenamtlicher Präsident der Handwerkskammer Schwerin, in der Sitzung zu Wort gemeldet.

Nach der Entscheidung begrüßte Lange das Votum der Stadtvertretung ausdrücklich. Gegenüber schwerin.news erklärte er:

„Wir Unternehmer begrüßen, dass die Stadtvertretung die Erhöhung der Friedhofsgebühren zunächst abgelehnt hat. Nun können alle Beteiligten zusammen mit der Stadt ein tragfähiges Gebührenmodell erarbeiten, das Zukunft hat. Die Entscheidung zeigt, wie wichtig der demokratische Prozess für die Bürger unserer Stadt ist.“

Nach Informationen von schwerin.news hatte sich die Zusammenarbeit zwischen der zuständigen Werksleitung und Kritikern der bisherigen Gebührenplanung im Vorfeld schwierig gestaltet. Gerade deshalb wird das Abstimmungsergebnis nun offenbar auch als Chance verstanden. Aus dem Umfeld der Kritiker heißt es, man hoffe auf einen konstruktiveren Austausch als zuvor und wolle sich weiterhin gesprächsbereit und lösungsorientiert zeigen.

Damit steht die Stadt nun vor einer doppelten Aufgabe. Einerseits müssen die Kosten des Friedhofsbetriebs nachvollziehbar dargestellt und langfristig tragfähig finanziert werden. Andererseits braucht es ein Gebührenmodell, das nicht nur rechnerisch aufgeht, sondern auch von den betroffenen Dienstleistern und den Bürgerinnen und Bürgern verstanden und akzeptiert werden kann.

Die knappe Abstimmung in der Stadtvertretung hat deutlich gemacht, dass eine solche Vorlage politisch nicht einfach durchläuft. Ohne vorherige Verständigung mit den unmittelbar betroffenen Akteuren dürfte ein neuer Anlauf schwer werden. Das betrifft insbesondere Steinmetze, Bestatter, Friedhofsdienstleister und Angehörige, die am Ende die finanziellen Folgen einer Gebührenentscheidung tragen müssen.

Ob die Verwaltung nun einen überarbeiteten Vorschlag vorlegt und in welcher Form das Handwerk und weitere Beteiligte einbezogen werden, ist noch offen. Die abgelehnte Vorlage ist damit nicht das Ende der Debatte, sondern eher der Beginn einer neuen Phase. Entscheidend wird sein, ob aus dem politischen Stopp tatsächlich ein sachlicher Neustart wird.

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Eine Antwort zu „Nach Nein zu Friedhofsgebühren: Handwerk hofft auf Neustart im Dialog“

  1. Avatar von Paukenschlag in der Stadtvertretung: Friedhofsgebühren vorerst nicht erhöht. – schwerin.news

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