Stadt widerspricht BUND: Asphalt soll am Schweriner See die Natur schonen.

(stm/red)

Der BUND Mecklenburg-Vorpommern hat die geplante Asphaltierung des Wald- und Uferwegs zwischen Zippendorf und Mueß scharf kritisiert. Jetzt reagiert die Stadt Schwerin. Verkehrs- und Umweltdezernent Bernd Nottebaum weist die Vorwürfe zurück und verteidigt die geplante Bauweise.

Der rund einen Kilometer lange Weg soll ab Oktober auf 2,50 Meter Breite ausgebaut und asphaltiert werden. Er ist Teil des Residenzstädte-Rundwegs. Die Bauarbeiten sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei 776.000 Euro. 90 Prozent davon werden nach Angaben der Stadt vom Land Mecklenburg-Vorpommern als touristische Infrastruktur gefördert. Der BUND hatte unter anderem vor Schäden am Wurzelwerk, Eingriffen in Feuchtflächen und einer stärkeren Belastung des Naturraums gewarnt. Genau beim Thema Naturschutz widerspricht die Stadt jetzt deutlich.

Stadt: Asphalt ist die schonendere Lösung

„Naturschutzrechtliche Anforderungen wurden eingehend geprüft und berücksichtigt“, sagt Nottebaum. Die Asphaltbauweise sei sogar ausdrücklich aus Gründen des Natur- und Baumschutzes gewählt worden.

Der Grund: Auf einen umfangreichen Unterbau könne verzichtet werden. Dadurch werde weniger in den Boden eingegriffen und der vorhandene Baumbestand könne weitestgehend erhalten bleiben. Damit stellt die Stadt die Frage nach der Bauweise genau andersherum dar als der BUND. Während der Umweltverband den Asphalt als zusätzlichen Eingriff betrachtet, sieht die Verwaltung darin die Variante mit dem geringsten Eingriff. Hinzu kommt ein praktischer Grund. Der vorhandene Weg sei bei starken Niederschlägen teilweise schlecht passierbar. Mit dem Ausbau sollen sich Verkehrssicherheit, Nutzungskomfort und Barrierefreiheit verbessern.

776.000 Euro, 90 Prozent Förderung

Der Weg ist Teil des 285 Kilometer langen Residenzstädte-Rundwegs. Mit dem Ausbau soll eine Lücke zwischen dem bereits 2022 gebauten Radweg an der Störwasserstraße und Mueßer Bucht und dem Radweg am Franzosenweg beziehungsweise Zippendorfer Strand geschlossen werden. Neben der Asphaltierung sind Rastplätze und eine neue Beschilderung vorgesehen. Die Stadt verweist darauf, dass das Vorhaben auf einen Beschluss der Stadtvertretung aus dem Jahr 2015 zurückgeht. Es gehe deshalb nicht um ein plötzlich entstandenes Einzelprojekt, sondern um den weiteren Ausbau des Radfern- und Radrundwegenetzes.

Kritik an der Kommunikation räumt die Stadt selbst ein

Eine Sache sieht die Verwaltung allerdings selbstkritisch. Die Planungen wurden vor der Sommerpause in der Ortsteilvertretung Mueß vorgestellt. Die Ortsteilvertretung Zippendorf sei dagegen nicht ausführlich genug informiert worden.

„Das hat sich als Fehler erwiesen und sorgt jetzt für Vorbehalte, die wir sicherlich hätten ausräumen können“, sagt Nottebaum. Die Stadt will das nachholen. Das Projekt soll am 26. August ausführlich in der Ortsteilvertretung Zippendorf vorgestellt werden. Die Sitzung ist für Gäste öffentlich.

Baubeginn im Oktober geplant

An den Plänen ändert die Kritik des BUND zunächst nichts. Im Oktober soll der Ausbau beginnen. Bis zum Jahresende soll die neue Verbindung fertig sein.

Damit wird der bisherige Waldweg zu einem durchgängigen, asphaltierten Teil der touristischen Radroute. Die Stadt hält das Projekt für einen wichtigen Lückenschluss und verweist auf die Förderung des Landes. Der BUND sieht dagegen gerade in der Asphaltierung den falschen Weg. Die entscheidende Gegenposition der Stadt lautet nun: Nicht trotz des Naturschutzes wird asphaltiert – sondern nach eigener Darstellung gerade wegen des geringeren Eingriffs in den Wald.

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BUND gegen Asphalt am Schweriner See: 760.000 Euro für einen Kilometer Waldweg – schwerin.news


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2 Antworten zu „Stadt widerspricht BUND: Asphalt soll am Schweriner See die Natur schonen.“

  1. Avatar von 2015 als Blankoscheck für Asphalt? Grüne gehen Stadtverwaltung frontal an – schwerin.news

    […] Stadt widerspricht BUND: Asphalt soll am Schweriner See die Natur schonen. BUND gegen Asphalt am Schweriner See: 760.000 Euro für einen Kilometer Waldweg […]

  2. Avatar von Tippi
    Tippi

    Ich fahre öfters die Strecke, wenn ich meine Radtouren mache. Mich hat dieser Bereich schon immer gestört, wenn es vorher geregnet hat. Dann kann es gefährlich werden, da es teilweise sehr matschig ist. Auch wird in einem kleinen Teil der Weg stark zugewuchert, so dass man aneinander kaum noch vorbei kommt. Es ist wichtig, dass da was gemacht wird.

    Ob es Asphalt sein muss, oder ob es Alternativen dazu gibt, kann ich nicht beurteilen. Aber dass da was gemacht wird, erfreut mich sehr.

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